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Feierabendgespräch vom 30. Januar 2008

DITA – Eine Einführung (Darwin Information Typing Architecture)

Ungeachtet der Tatsache, dass der Donnerstag, 30. Januar 2007 für Fasnächtler ein äusserst wichtiger Tag im Jahr ist (Gründonnerstag bzw. "schmutzige Dunschtig"), trafen sich gut 25 Redaktorinnen und Redaktoren am Feierabendgespräch zum Thema DITA in Winterthur.

Nach Eröffnung der Veranstaltung seitens der Tecom Schweiz durch Dr. Stefan Winter, führte Albin Hollenstein von der Firma Sinteg AG in Effretikon ins Thema ein. Erste Erklärungen wurden zum Doppelbild "Dame und Leguan" abgegeben. Mit dem Leguan wurde die Beziehung von DITA, bzw. von Darwin zur Evolutionstheorie gezogen. Letztere wurde bekanntlich durch den Aufenthalt von Charles Darwin auf den Galapagos Inseln stark geprägt. Darwins Theorie befasst sich mit Spezialisierung und Vererbung – zwei wesentliche Merkmale der DITA Technologie. Auf die Dame Namens Dita wurde nicht weiter eingegangen...

DITA auf den Punkt gebracht
DITA ist eine XML-basierte Architektur für die Erstellung, Verteilung und Wiederverwendung von Informationen. Die Architektur besteht aus einer Menge an Designregeln, die es erlauben, „typisierte“ Informationsmodule auf der Ebene so genannter „Topics“ zu erstellen und in einem hierarchischen Strukturbaum zusammenzustellen.

Stimmen nach dem Vortrag wie:

zeigen auf, wo die Schwerpunkte des Abends lagen.

Der Einfluss von DITA auf die Arbeit in der Redaktion
Einführend wurden Herkunft und Grundkonzept von DITA erläutert. IBM entwickelte Anfangs 2000 die Grundlagen von DITA zur Erstellung der benötigten Dokumentationen für deren Hard- und Software. 2005 übergab IBM die Arbeit der non-profit Organisation OASIS (Organization for the Advancement of Structured Information Standards), welche DITA im Juni 2005 als Standard veröffentlichte. Seit August 2007 ist nun DITA V1.1 aktuell.

Die Theorie blieb am Feierabendgespräch im Generellen überschaubar, ging es doch darum, die Konzeptgrundlagen kennen zu lernen und zu verstehen. Ein Schwerpunkt des Abends lag auch darin, sich über die Auswirkungen der topic-orientierten Dokumentationserstellung im Klaren zu werden. Insbesondere im direkten Vergleich mit der dokument-orientierten Arbeitsweise, wie sie zum Beispiel DocBook bietet, konnte dies verständlich gemacht werden. In der Erkenntnis, was dies für den redaktionellen Alltag bedeutet, dürfte auch dieser oder jene Aha-Effekt gelegen sein.

DITA – Ja oder nein?
Es gibt kein generelles DITA, Ja oder Nein. In Abhängigkeit der Redaktions- und der Publikationsbedürfnisse soll die geeignete Lösungsgrundlage gewählt werden können. Alternativ zur DITA-Lösung stehen Lösungen zur Verfügung wie z.B. ATA/ASD1000D, DocBook basierende Lösungen oder "einfach" eine unternehmensspezifische XML-DTD Basis, welche genau die spezifischen Bedürfnisse abdeckt. Klar wurde auch, dass in der aktuellen DITA Version 1.1 auf Elementebene der Schwerpunkt der Software Dokumentation ersichtlich ist. Arbeiten in diversen OASIS Sub-Commitees zeigen aber, dass an einer Verbreiterung des DITA Einsatzes gearbeitet wird.

DITA und Wiederverwendung (Reuse)
Interessant und aufschlussreich waren auch die "Taucher" in Details der DITA Konzepte.
Von besonderem Interesse waren die Aspekte, welche das DITA Konzept für eine Wiederverwendung von Inhalten bereitstellt. Vom Grundsatz her einfach zu handhaben ist die Dokumentzusammenstellung von Topics mittels DITA Maps oder Bookmaps. Weitergehende Konstrukte wie zum Beispiel die "relationship tables" (Beziehungstabellen) oder die Vererbung von Attributinhalten in einer Dokumentstruktur offenbarten jedoch erst die Besonderheiten welche DITA bereitstellt.

XML Editoren für DITA
Die Systemvorführungen an den XML Editoren mit DITA Erweiterungen wie XMetaL und FrameMaker 8, zeigten den Anwesenden wie die Topic Inhalte und Maps erstellt werden können. Es zeigte sich aber auch, dass eine Produktionsumgebung mit mehreren Autoren letztendlich nur auf der Basis eines unterstützenden Redaktionssystems (CMS) effizient und sicher arbeiten kann.

Für weitere Informationen zu den Thema DITA, XMetaL, FrameMaker 8 oder zu Redaktionssystemen wenden Sie sich bitte an den Referenten Herr Albin Hollenstein, Sinteg AG in Effretikon/Zürich (ahn(at)sinteg.ch).